Die persönliche Salbung erfordert weder eine aufwendige Zeremonie noch einen besonderen religiösen Ort oder die Anwesenheit eines Gemeindeleiters. Sie kann eine einfache Glaubenshandlung in deiner täglichen Beziehung zu Jesus Christus sein. Nimm zunächst eine kleine Menge Salböl oder gewöhnliches Olivenöl und trage sie auf dein Haupt auf. Du kannst einfach sagen: „Im mächtigen Namen Jesu Christi.“ Danke dem Heiligen Geist für seine Gegenwart in deinem Leben, erkenne deine Abhängigkeit von ihm an und bitte ihn, dich immer weiter in das Bild Jesu zu verwandeln. Es ist nicht nötig, ein eindrucksvolles Gebet zu formulieren oder eine komplizierte Abfolge vorgeschriebener Handlungen zu befolgen. Die Bedeutung liegt in deinem Glauben und in der geistlichen Wirklichkeit, auf die die körperliche Handlung verweist. Die persönliche Salbung darf niemals zu einer Vorführung werden, mit der man andere beeindrucken will, und auch nicht als eine Formel verstanden werden, die automatisch ein bestimmtes Ergebnis hervorbringt. Wie Jesus in Matthäus 6,16–18 lehrt, richtet sich echte persönliche Hingabe an den Vater und nicht auf die Anerkennung durch Menschen.
Diese Praxis gewinnt noch mehr Bedeutung, wenn wir sie zusammen mit zwei weiteren wesentlichen Bestandteilen des täglichen christlichen Lebens betrachten: dem Abendmahl und dem Wort Gottes. In 1. Johannes 5,6–8 spricht die Schrift von Geist, Wasser und Blut als drei Zeugen. Diese spiegeln sich im geistlichen Muster der Stiftshütte wider: Versöhnung durch das Blut, Reinigung durch das Wasser und Kraftausrüstung durch die Salbung. Das Abendmahl richtet unseren Glauben auf das Opfer und Blut Jesu Christi, das Wort reinigt und erneuert uns, und die Salbung drückt unsere Abhängigkeit vom Heiligen Geist aus. Gemeinsam bieten diese Praktiken greifbare Anknüpfungspunkte, durch die Gläubige ihren Glauben an Gottes geistliche Wirklichkeiten ausdrücken können. Sie sind keine magischen Rituale und dürfen niemals zu neuen religiösen Verpflichtungen werden. Vielmehr helfen sie uns, eine persönliche, lebendige Beziehung zu Jesus Christus zu pflegen und von seinem vollbrachten Werk, seinem Wort und der ständigen Gegenwart seines Geistes abhängig zu bleiben.
Haus der Salbung

